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RÜCKBLICKT AUSSTELLUNG DER KUNSTPLATTFORM

2017 | 01.11. - 31.05.
Anina Stolz
GESAMTSITUAKTION
(Der kleine Unterschied)
2016 | Holz, Stahl

Die große Buchstabengruppe „GESAMTSITUAKTION“ ist ein Wortspiel, das die einzelnen Wörter „gesamt“, „Situation“ und „Aktion“ enthält. Die Künstlerin unterstreicht damit die Doppelbödigkeit der Bedeutungsausrichtung eines Wortes. Mit der Veränderung des bestehenden Begriffes durch Hinzufügung nur eines einzigen Buchstabens (k), stellt sie das Gegebene in Frage. In dieser künstlerischen Geste steckt der Mut zur Veränderung und die Kreativität Gegebenes neu zu durchdenken und zu hinterfragen.

Die Künstlerin schreibt selbst dazu: 

„Gesamtsituation“ - der Begriff ist uns aus langwierigen Diskursen oder umständlichen Beschreibungen geläufig. Oft kommt er mit dem Adjektiv „unzufrieden“ daher. Mal sind wir selbst, mal die anderen unzufrieden mit der gesamten Situation.

Aber dann, „ktion“. Wir stolpern über das „k“, stutzen. Da war doch ein „a“, das ergibt doch dann – „Aktion“ – und sind damit schon mittendrin in ihr, in der hintersinnig provozierten Handlung.

Doppelbödig kommt also etwas in Bewegung – konkret wir als Betrachter, aber vor allem die Bedeutung des Wortes, in die plötzlich – Gesamtaktion! - so etwas wie Tatkraft und Umtriebigkeit injiziert scheint.

Ein kleiner, aber entscheidender Unterschied!

Es braucht eigentlich ganz wenig, um eine Situation zu verändern. Und zugleich ganz viel:

Die Freiheit, das Gegebene in Frage zu stellen und neu zu denken.

Den Mut zur Veränderung. Also sich den Raum zu nehmen und auszuscheren aus dem Gewohnten und Vorgegebenen und vielleicht nur etwas zu verändern oder zu verrücken, so „verrückt“ es dann manchen erscheinen mag.

 
 
 
2017 | 24.06. - 24.10.
ZUSAMMENHALTEN
AKTIONSKUNST AUF DER KUNSTPLATTFORM
Walter Kuhns große figurative Dreiergruppe prägte die öffentliche Kunstplattform mit halbjährigem Szenenwechsel bis Oktober 2017. Sie soll auf zwischenmenschliches Zusammenhalten hier vor Ort, zwischen den Kulturen und überall in der Welt verweisen. Die Metallskulpturen in verschiedenen Größen und Farben, die sich am Treppenaufgang fortsetzen, symbolisieren die Menschen in ihren Unterschieden. Die offene Körperhaltung der Figuren soll Gesten des verantwortungsvollen Zusammenhaltens, des solidarischen Unterstützens oder des freundschaftlichen Beschützens aufzeigen. Durch den Verkauf der Figuren wird die Flüchtlingsarbeit der interkulturellen Stiftung Kolibri (www.kolibri-stiftung.de) unterstützt.
Der Künstler spendet einen Teil seines Honorars an die Organisation.
ZUSAMMENHALTEN IN GRAEFELFING
Als Symbol und Aufruf wurden vom Künstler Walter Kuhn Folien-Magnete mit dem Motiv der Kunstplattform gestaltet, welche die Benefizaktion zu einer Aktion für Gräfelfing macht. Sie sind im Rathaus und in Geschäften entlang der Bahnhofstraße gegen eine Spende erhältlich. Als deutliches Zeichen des Miteinanders kommen die Spenden dem örtlichen Inklusionsprojekt der Traumwerker e. V. zugute. Die zugehörigen Spendenboxen wurden von der Schule der Phantasie angefertigt.
Spenden gerne auch unter dem Stichwort "Zusammenhalten in Gräfelfing" an die Traum-Werker e.V., Kreissparkasse München Starnberg, IBAN: DE64 7025 0150 0027 3221 48
BIC: BYLADEM1KMS

Walter Kuhn (Jahrgang 1946) arbeitete nach Studium und Promotion bis zu seiner Pensionierung als Stadtgeograf und Urbanist an der Universität München. Seit 2011 macht er als Künstler mit Ausstellungen und Aktionen im öffentlichen Raum in München und Frankreich auf sich aufmerksam.
Durch seine spektakuläre Aktion „Urbane Transhumanz“ wurde er deutschlandweit bekannt, als er auf dem Münchner Olympiaberg und anderswo ausgestellte Herden skulpturaler Schafe zu Gunsten der Flüchtlingshilfe Kolibri verkaufte. Dort, wie in Gräfelfing, arbeitet der Künstler mit dem Konzept der bewusst einfach gehaltenen,
scherenschnittartigen Skulpturen und ihrer Vervielfältigung in Variationen.
Fotomontage Walter Kuhn
Wandinstallation
2016 | 01.11. - 31.05.2017
Thierry Boissel
"NOUS" | 2015
Emailmalerei auf Floatglas + heißstrukturierte Fotoprägung

Die Stelen des französischen Glasmalers Thierry Boissel nehmen
mit Farbtexten und figürlich fotographischer Prägung aus Glas poetisch
Besitz vom Raum im Aussenbereich.

Je nach Standort des Betrachters und Lichteinfall tauchen die Gestalten mal mehr oder weniger sichtbar aus dem Grund der Glasfläche auf, um sogleich wieder aus einer anderen Position heraus zu verschwinden. Hier kommt die Begegnung und Beziehung, die Kommunikation zwischen Mann und Frau je nach Standort des Betrachters
individuell erkennbar zum Vorschein.
"NOUS" | 2015
 
2016 | 01.06. - 31.10.
"BUSINESSMEN" | 2016

jeweils 200 x 80 x 50 cm; Holz bemalt

Der Schweizer Bildhauer Daniel Eggli (geb. 1972) arbeitet seine Figuren mit der Kettensäge aus einheimischem Mammutholz. Ecken und Kanten bleiben stehen, auf die Bemalung der Gesichter verzichtet er. Das verleiht seinen Businesspeople, die auch in Brüssel, Barcelona, Buenos Aires und vielen anderen Orten zu sehen sind, den anonymen und flüchtigen Ausdruck der Geschäftigkeit. Ihre etwas klobige Form lässt sie zugleich charmant und sympathisch erscheinen.